Weshalb das FZG gegründet wurde

Zur Zeit der Gründung des FZG im Jahr 1982 gab es nicht nur wenig bis gar keine wissenschaftliche Forschung über regionale Schweizer Sprachen; die Vorstellung überhaupt, dass die Gebärdensprache eine "echte" Sprache sei, war ziemlich fremd. Fast alle Deutschschweizer Institutionen, welche sich mit der Bildung oder Weiterbildung von gehörlosen Kindern oder der Ausbildung von Lehrpersonen an diesen Schulen befassten, waren gegen die Benutzung der Gebärdensprache. Ein ausschliesslich "oraler" Denkansatz war vorherrschend, welcher beinhaltete, dem gehörlosen Kind sprechen und Lippenlesen auf Deutsch zu lehren und das Gebärden im Schulzimmer nicht zu erlaubten, weil die damalige Überzeugung darin bestand, dies würde das Kind vom Erlernen der gesprochenen Sprache abhalten. Sogar der regionale Gehörlosenbund mit seinem damaligen anfänglichen Versuchen, eine gebärdete Form von Kommunikation zu unterstützen, sprach von "Gebärden", aber nicht von "Gebärdensprache". Das private, nicht profitorientierte FZG wurde deshalb gegründet, um mit der Erforschung der Gebärdensprache zu beginnen, einer Forschung, die in öffentlichen, bestehenden Institutionen oder Organisationen nicht möglich war.

Unterstützung des FZG

 Das erste grössere Projekt des FZG (Boyes Braem 1995) wurde mit einem Zuschuss des Schweizerischen Nationalfonds SNF finanziert. Anschliessende grössere Projekte, vor allem die vom SNF finanzierten, wurden in Zusammenarbeit mit dem Heilpädagogischen Seminar in Zürich (jetzt Interkantolnale Hochschule für Heilpädagogik / HfH) und auch dem Schweizerischen Gehörlosenbund (SGB-FSS) durchgeführt. Im 2011 begann das FZG eine Kooperation mit dem Institut für Computerlinguistik an der Universität Zürich. Seit 2012 ist das FZG ‚assoziierte Mitglieds' des Züricher Kompetenzzentrums Linguistik (ZüKL) der Universität Zürich.

 Eine der allerersten kleineren Forschungsstudien des FZG (zum Vergleich der Dialekte der DSGS) wurde von einem Verband von Biologen in Basel finanziert. Es gab später auch mehrere andere Personen, die von der Idee der Forschung zur Gebärdensprache begeistert waren und bereit waren, diese zu unterstützen. Einige von ihnen gründeten 1983 einen Verein, der ausdrücklich die Unterstützung des neu gegründeten FZG zum Ziel hatte. Einige Jahre später änderte der Verein seinen Namen, um die Gebärdensprachforschung im Allgemeinen umfassender zu fördern, und wurde fortan als „Verein zur Unterstützung der Gebärdensprache“ (kurz: VUGS) bekannt.

Andere kleinere Forschungsstudien wurden vollständig vom FZG finanziert  (beispielsweise zu Dialekten in der Schweizerdeutschen Gebärdensprache, zu Gesten von Orchesterdirigenten, zu rhythmisch-zeitlichen Mustern beim Gebärden der DSGS sowie zur „Höflichkeit“ in Gebärdensprachen). 

 All die Jahre hindurch bekam das FZG auch wertvolle Ratschläge und Unterstützung von Forschungskollegen in der Schweiz und dem Ausland, vor allem von François Grosjean (Universität Neuenburg), Siegmund Prillwitz (Universität Hamburg), Virginia Volterra (Consiglio Nazionale delle Ricerche /CNR, Rome) und Gudula List (Universität Köln).  

 Wir sind zudem dankbar für die Unterstützung durch die Max-Bircher-Stiftung und die Stanley-Thomas-Johnson-Stiftung.

 Zusätzlich zu dieser institutionellen Unterstützung hat das FZG finanzielle und moralische Unterstützung von einzelnen Spendern erhalten, von denen viele es vorgezogen haben, anonym zu bleiben.